ICYE-Final-Camp vom 23.-25. November 2016

Keiner kommt von einer Reise so zurück, wie er weggefahren ist.
(Graham Greene)

Die meisten Volunteers, die mit ICYE nach Ecuador gehen, bleiben ein ganzes Jahr. Sie besuchen zu Beginn ein Einführungslager, nach einem halben Jahr ein Midterm-Camp und kurz vor der Heimreise ein Final-Camp. Es gibt aber auch Spezialfälle wie mich, die nur sechs, sieben oder acht Monate bleiben. Für uns Spezialfälle gibt es kein Midterm-Camp, deshalb nahmen wir am Final-Camp derjenigen Freiwilligen teil, die bereits seit letztem Januar hier sind und in zwei Monaten in ihr Heimatland zurückfliegen werden. In diesem dreitägigen Lager drehte sich bereits alles ums Thema Heimkehr. Für mich war es ein bisschen seltsam, da ich noch vier weitere Monate in Ecuador bleiben werde. Die Theorieblöcke und Diskussionen waren jedoch sehr lehrreich und werden mir helfen, wenn auch für mich der Moment des Abschieds kommen wird.

Zuerst erhielten wir ein plakatartiges Papier und mussten darauf uns selbst in Körpergrösse zeichnen. Dabei galt es, die linke Körperhälfte so zu zeichnen, wie wir vor unserer Abreise waren und die rechte so, wie wir jetzt sind. Es waren äusserliche wie auch charakterliche Merkmale zu berücksichtigen. Für mich selbst war es krass zu sehen, wie sehr ich mich schon nach nur vier Monaten verändert habe. Wie die meisten anderen habe auch ich mehr Kilos auf den Rippen, längere Haare und nicht mehr so viel Make-Up im Gesicht. Hier in Ecuador zählen andere Werte, besonders wenn man in einem Hilfsprojekt arbeitet. Ich kann auch sagen, dass ich jetzt Erfahrung im Umgang mit schwierigen Kindern habe sowie mehr Lebenserfahrung und Toleranz. Ich bin selbstständiger und selbstbewusster geworden. Eindrücklich war für mich auch, dass Renato und Belén von ICYE Ecuador in diesem Lager nur Spanisch mit uns sprachen und es für mich überhaupt kein Problem war. Das Einführungslager im August war komplett auf Englisch gewesen und Renato hatte uns damals gesagt, das nächste Camp würde auf Spanisch sein. Dies hatte mir ein bisschen Angst gemacht und ich hatte mir nicht vorstellen können, wie ich das durchstehen würde. Doch mittlerweile spielt es für mich keine Rolle mehr, ob jemand Englisch oder Spanisch mit mir spricht. Ich verstehe beides gleich gut.

Wir spielten auch Rollenspiele über schwierige Situationen, die wir bei unserer Rückkehr im Heimatland antreffen könnten. Ein Szenario könnte sein, dass wir das Leben vermissen, das wir in Ecuador geführt haben und am liebsten wieder zurückgehen möchten. Wir diskutierten verschiedene Möglichkeiten, wie man ein Stück Ecuador in seinem Leben behalten kann. Für mich ist jetzt schon klar, dass ich zurück in der Schweiz weiterhin Spanischunterricht nehmen werde, um mich noch weiter zu verbessern. Zudem werde ich mich in meiner Freizeit weiterhin für benachteiligte Menschen engagieren. Entweder in einem Projekt mit Flüchtlingen oder als Freiwillige in einem Gotti-System für ein Kind aus armen Verhältnissen.

Ein weiteres Theaterszenario war, dass wir zurück in unser Heimatland kommen und die Menschen uns vorwerfen, Ecuador habe uns negativ verändert. Dies kann passieren, wenn wir ecuadorianische Eigenschaften wie Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit oder übertriebene Lockerheit mit nach Hause nehmen. Es kann auch vorkommen, dass wir uns von unseren alten Freunden unverstanden fühlen und sie unsere Geschichten aus Ecuador gar nicht hören wollen.


Am letzten Abend machten wir alle zusammen ein Lagerfeuer. Es war sehr gemütlich, wir brieten Schlangenbrot und Schokobananen.

Es war ein sehr schönes Camp und ich bin einmal mehr dankbar, dass ich mit ICYE hier bin. Von dieser Organisation fühle mich sehr gut begleitet und betreut.

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Ausblicke

If every morning, you can find a reason to say:

"Yes, it's going to be a beautiful day."

And every day , you find a reason to say:

"Yes, it is a beautiful day."

And every night, you find a reason to say:

"Yes, it was a beautiful day."

Then one day, you'll look back and say:

"Yes, it was a beautiful life."

(Unknown)

Unglaublich! Wir schreiben Ende November und ich habe Halbzeit! Die Adventszeit hat bereits begonnen. Die Läden sind voll von Weihnachtsschmuck und draussen ist es 25 Grad warm.  Eigentlich hat Weihnachten ja nichts mit Schnee und Kälte zu tun, aber für uns Europäer gehört es irgendwie zusammen. Ich bin gespannt auf nächsten Monat. In Quito sind die ganze erste Dezemberwoche die "Fiestas de Quito" und in der ganzen Stadt gibt es Paraden, Strassentänze und Musik. Am 17. Dezember feiern wir mit ICYE Weihnachten und kochen Spezialitäten aus aller Welt. Drei Tage später folgt ein Weihnachtsessen für alle Volunteers, die in Projekten der Salesianer Don Boscos arbeiten. Und auch Silvester wird dieses Jahr für mich ein neues Erlebnis sein.  In Ecuador werden überlebensgrosse Puppen verbrannt, um das Böse aus dem alten Jahr zu vertreiben. Ausserdem verkleiden sich die Männer als Frauen und gehen so auf die Strasse.

Im Januar fliege ich mit meiner Mitvolontärin Sophie nach Galapagos. Vor meiner Abreise hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich diese berühmten Inseln besuchen würde. Da der riesige Menschenandrang nach Galapagos der Natur schadet, ist eine Reise dorthin sehr teuer. Mit den hohen Preisen wird versucht, den Tourismus in Grenzen zu halten. Ich kenne mittlerweile viele Menschen, die Galapagos besucht haben und alle waren total überwältigt. Verspielte Seelöwen, Riesenschildkröten, flauschige Pinguine, Tauchparadiese. Sophie fand über ein Reisebüro einen verhältnismässig günstigen Flug und eine viertägige Bootsfahrt. Wir haben uns nach langem Hin und Her für eine Bootsfahrt entschieden, da man auf diese Weise mehr von den Inseln sieht, als wenn man auf eigene Faust auf Erkundungstour geht. Zudem sind auch die Hostels und das Essen auf Galapagsos sehr teuer und bei einer Bootsafahrt ist alles inklusive. Wir müssen uns also nicht darum kümmern.

Die restlichen Wochenenden werde ich versuchen, noch besser zu nutzen. Es gibt so viele Orte, die ich noch sehen will: Die Lagune in Quilatoa, die Nebelwälder von Mindo, die Bergdörfer rund um Latacunga, die Dschungel-Stadt Puyo. Ich bin froh, dass wir uns in Ecuador so frei und einigermassen sicher bewegen können.

Im April kommen meine Eltern nach Ecuador und dann werden wir drei Wochen lang herumreisen und die Möglichkeit haben, auch Orte zu besuchen, die weiter von Quito entfernt sind. Unbedingt sehen will ich die Kolonialstadt Cuenca im Süden, den Amazonas, aber auch Vilcambamba, ein Tal, das dafür bekannt ist, dass seine Bewohner 100 Jahre alt werden.

Es ist schön, das Privileg zu haben, die Welt bereisen zu können.

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Salesianer-Fest im Projekt

Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen.

(Giovanni Don Bosco)

 

Heute gab es in meinem Projekt ein Fest zu Gunsten von Pater Ivano Zanovello. Es war sein neunter Todestag, doch wir feierten ihn als Mensch und sein Engagement für die Strassenkinder Ecuadors. Pater Ivano Zanovello war ein wichtiger Träger des Programmes „Chicos de la calle“ und gründete 1998 die Fussballschule G.o.l.a.s.o für Strassenkinder in Quito. Der Pater war mir schon vor dem Fest ein Begriff, denn im Aufnahmezentrum, wo ich arbeite, hängen grosse Banner an den Wänden mit Fotos von ihm.

Am Morgen wurden auf dem Teerplatz vor meinem Projekt eine Bühne, Lautsprecher und Stühle aufgebaut. Es reisten Kinder, Erzieher und Volunteers von allen „Chicos de la calle“-Projekten in ganz Ecuador an. So auch meine Schweizer Kollegin Rabea aus dem Aufnahmezentrum in Ambato, Xenia und Jakob aus der Strassenkinder-Schule, sowie Luisa und Tobias aus G.o.l.a.s.o.

 

Pater Paco, der aktuelle Pater, hielt eine Rede und danach gab es für die Kinder ein Quizspiel mit Fragen zum Leben von Pater Ivano Zanovello. Dieses wurde immer wieder durch Showeinlagen und Tanzvorführungen von Kindern der verschiedenen Projekte unterbrochen. Es war sehr süss, weil die Kleinen zum Teil traditionelle Kleider trugen.

Als die Veranstaltung zu Ende war, gingen wir alle gemeinsam in die Kirche nebenan, um einen Gottesdienst zu feiern. Es war richtig schön, obwohl ich selbst nicht gläubig bin. Die Kirche war voll mit Kindern, Erziehern und Volunteers und Pater Paco brachte uns einmal mehr die Ideologie Don Boscos nahe. Manchmal wünsche ich mir, dass in den Projekten mehr Salesianer arbeiten würden. Mittlerweile sind die meisten Mitarbeiter vom Staat angestellt und leben die Ideologie gar nicht mehr. Umso schöner finde ich es, wenn es solche Veranstaltungen wie diese gibt und ich die Idee hinter dem ganzen Projekt spüre.

 

Die Salesianer haben auch ein eigenes Lied, das wir jeweils singen. Es ist das folgende:

 

Nach dem Gottesdienst bekamen wir noch alle etwas zu essen und dann ging ich mit meinem Mitarbeiter Jairo und anderen Volunteers in die wohl besten Konditorei Quitos, um eine heisse Schokolade zu trinken. Es war ein sehr schöner Nachmittag!

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Von Esmeraldas über Mompiche, Canoa und Puerto Lopez bis Montañita - 5 Tage entlang der Pazifikküste

Denn unsere Tage gehen vorbei

- das wird sowieso passieren -

und bis dahin sind wir frei,

und es gibt nichts zu verlieren.

Das Leben, das wir führen wollen,

wir können es selber wählen.

Also los, schreiben wir Geschichten,

die wir später gern erzählen.

(Julia Engelmann in "Eines Tages, Baby")

Diese Arbeitswoche war sehr kurz, wegen Feiertagen begann unser Wochenende bereits am Mittwoch. Meine Freundin und Mitvolontärin Sophie hatte deshalb die Idee, am Dienstagabend den Nachtbus nach Esmeraldas zu nehmen und dann innerhalb von 5 Tagen mit dem Bus die gesamte Pazifikküste bis Montañita runterzufahren.Ich willigte sofort ein mitzukommen und nach und nach schlossen sich noch 8 weitere Personen unseren Plänen an: Meine Schweizer Kolleginnen Fatma, Xenia und Rabea, die Österreicher Laurin und Tobias, der Deutsche Timo, die Finnin Veera und mein Ecuadorianischer Mitarbeiter Jairo.

Ich war im Vornherein ein bisschen skeptisch bei so einer grossen Reisegruppe, doch ich freute mich wahnsinnig. Fünf Tage in Hotpants am Strand, Tierbeobachtungen in Puerto Lopez, Party in Montañita - und dies alles im November, in einem Monat, in dem es zu Hause in der Schweiz grau und kalt ist!

Laurin, Tobias, Sophie, Jairo, Veera, Xenia, Fatma und ich trafen uns am Dienstagabend um halb 10 Uhr beim Busbahnhof "Quitumbe". Ganz Quito schien dort versammelt, über das lange Wochenende fuhren alle an die Küste oder ans Stadtfest nach Cuenca. Mit ecuadorianischer Verspätung stiegen wir in unseren Nachtbus nach Esmeraldas und machten es uns bequem. Ich persönlich finde Langstreckenfahrten in der Nacht ganz gemütlich, es ist draussen dunkel, es hat fast keinen Stau und man kann schlafen. Das einzige, was mich stört, ist, dass die Klimaanlage dauernd läuft und ich jeweils fast erfriere. Am Dienstagabend verfluchte mich einmal mehr, keine Wolldecke mitgenommen zu haben. Spätestens nach dem letzten Bustrip nach Guayaquil hätte ich es wissen müssen.

Nach sechs Stunden Fahrzeit erreichten wir um vier Uhr morgens Esmeraldas. Die Stadt ist hässlich, gefährlich und schmutzig und es gibt wirklich keinen Grund, sich länger dort aufzuhalten. Deshalb stiegen wir gleich anschliessend in den nächsten Bus Richtung Süden und fuhren nochmals vier Stunden. Schliesslich kamen wir in Mompiche an, einem kleinen Fischerdorf mit Weltklassewellen und traumhaftem, 7 km langem, unberührtem Sandstrand. Wir merkten sofort, dass die Küste eine ganz andere Welt ist als die Millionenstadt Quito. Auf der Strasse stolzierten Hühner umher, vor jedem Haus sah man Hängematten und das Klima war drückend heiss.

Zuerst bezogen wir unser Hostel, legten uns in die Hängematten auf der Terrasse und ruhten uns von der langen Reise aus. Nach einer halben Stunde stiessen Rabea und Timo zu uns, die von Ambato aus angereist waren. Gemeinsam machten wir uns auf zum Strand, wo uns einheimische Männer sofort zu sich winkten und mit dem Finger aufs Meer hinauszeigten. Weit aussen konnte man Delfine sehen, wie sie Sprünge machten. Leider war das ganze Spektakel zu weit weg um gute Fotos zu schiessen. Die Männer boten uns eine Bootsfahrt für 10$ pro Person an, um uns auf einige Inseln zu fahren. Wir willigten ein.

Die Wellen waren wahnsinnig hoch und das Boot drohte jederzeit zu kippen. Es war eine sehr abenteuerliche Fahrt und wir sagten uns immer wieder gegenseitig lachend, dass die Männer uns jetzt auf eine einsame Insel entführen und ausrauben würden. (Was natürlich alles andere als lustig gewesen wäre!) Die Männer luden uns schliesslich auf zwei verschiedenen Inseln ab und kamen nach einigen Stunden zurück. Unterdessen hatten wir Zeit um zu baden und die Sandinseln zu erkunden. Die Sonne schien leider nicht, doch heiss war es trotzdem.

Als wir von der Bootsfahrt zurückkamen, regnete es und so liessen wir den Abend gemeinsam in den Hängematten ausklingen.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Canoa, in ein verschlafenes Dörfchen mit einem hübschen Strand an einer malerischen Steilküste. Es war eine lange Fahrt und als wir ankamen, gingen wir sofort an den Strand.

Wir schlürften Kokosnusssaft, badeten und genossen den Sonnenuntergang am Strand. Die Kombination von wenig Schlaf und Äquatorsonne ist bei mir jedoch sehr kritisch und so verbrachte ich den Abend mit Migräne im Bett, während die anderen Tanzen gingen.

Am Freitag mussten wir wieder früh aufstehen, denn es ging noch einmal ein Stück weiter südlich nach Puerto Lopez. Es war eine lange Fahrt und wir erreichten den Ort am späten Nachmittag. Unser Hostel befand sich auf einem Hügel oberhalb vom Strand. Es hatte jedoch Mototaxis, die uns für 50 Cent zwischen Hostel und Strand hin und her chauffierten. Den Rest des Tages verbrachten wir am Meer und als es schon lange dunkel geworden war, sassen wir noch immer im Sand und lauschten dem Rauschen Wellen.

Am Samstagmorgen buchten wir eine Tour auf die "Isla de la Plata". (Auf Deutsch: "Silberinsel") Wir hatten hohe Erwartungen, denn in den Reiseführern wird die Insel als "Abbild einer Galapagos-Insel" beschrieben.  Wir fuhren eine Stunde mit dem Boot auf die Insel und als wir ankamen, sahen wir Meeresschildkröten im Wasser. Wir stiegen aus und wurden in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe wanderte in die Höhe hinauf und meine Gruppe runter zur Küste. Unterwegs sahen wir verschiedene Pflanzen und Blaufusstölpel, eine spezielle Vogelart. Die Aussicht auf die Klippe war wunderbar. Als wir wieder ins Boot stiegen, hatten wir noch die Möglichkeit, vor der "Isla de la Plata" zu schnorcheln.

Die Tour dauerte länger als ursprünglich abgemacht und wir mussten uns beeilen, da wir an diesem Abend unbedingt noch nach Montañita weiterfahren wollten. Jairo, Franklin und Tobias  waren sich dies irgendwie nicht so bewusst, auf dem Rückweg zu Hostel beschlossen sie kurzerhand, mit einer Gruppe Jugendlichen am Strassenrand eine Runde Volleyball zu spielen. Als wir anderen bei unseren Zimmern ankamen und unsere Rucksäcke packten, merkten wir, dass die drei fehlten. Das Handy nahmen sie natürlich nicht ab und der letzte Bus nach Montañita fuhr in zehn Minuten. Uns blieb nichts anderes übrig, als ohne sie zum Busbahnhof zu gehen. Kurz bevor der Bus abfuhr, nahm Jairo das Handy ab. Die drei waren auf dem Weg ins Hostel, um die Rucksäcke zu holen. Wir baten den Chauffeur, auf die drei zu warten, doch er war alles andere als begeistert. Wahrscheinlich war dies seine letzte Fahrt vor Feierabend. So stiegen wir ein und Laurin brachte den Busfahrer irgendwie dazu, dass er mit dem gesamten Bus die enge und holprige Strasse zum Hostel hochfuhr, um unsere drei Kollegen abzuholen. Die anderen Fahrgäste mussten sich wirklich gewundert haben, was hier ablief. Franklin, Jairo und Tobias schafften es in letzter Minute einzusteigen und endlich konnten wir losfahren.

Es war bereits dunkel, als wir in Montañita ankamen. Wir bezogen ein gemütliches Bungalow und gingen nach diesem langen und anstrengenden Tag endlich etwas essen. Uns alle zog es in ein italienisches Restaurant. Ich hätte es nie gedacht, doch nachdem man sich drei Monate lang nur von Reis, Kochbananen und Poulet ernährt hat, sind Pizza, Lasagne und Spaghetti wie Himmel auf Erden. Nach dem Essen schlenderten wir durch die Partymeile, überall lief Musik und die Bars befanden sich unter freiem Himmel. Wir tranken etwas und tanzten ein wenig. Wir waren aber alle todmüde und als die anderen noch runter zum Strand gingen, legte ich mich ins Bett und schlief sofort ein.

Am Sonntagmorgen kehrten wir nach Puerto Lopez zurück und nahmen von dort den Bus zurück nach Quito. Die Strecke beträgt 10 Stunden und ich hätte es bevorzugt, in der Nacht zu fahren. Da wir aber auch den letzten Abend voll und ganz an der Küste auskosten wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als am Tag zurückzufahren. Der Bus war nicht so komfortabel wie der Nachtbus, die Sitzlehnen konnte man nicht ganz so weit nach hinten lassen und man hatte weniger Platz für die Beine. Es war taghell draussen, als wir versuchten zu schlafen, damit die Zeit schneller vorbeiging. Doch in Ecuador hat es überall Schlaglöcher in der Strasse und die Busfahrer  fahren immer in einem viel zu tiefen Gang. Dies hat die Folge, dass der Bus regelmässig Sprünge macht und man dabei hin und her geschlagen wird. In der Nacht war dies alles irgendwie auszuhalten gewesen, aber am Tag war es echt der Horror! Nach 8 Stunden Fahrt kamen wir dann natürlich in den Stau und die Fahrt verzögerte sich um eine Stunde. 

 

Zu Hause angekommen wusch ich noch alle Kleider, um auch noch die letzten Sandresten zu entfernen. Der Küstentrip selber wird mir aber noch lange in Erinnerung bleiben: Die schönen Strände, die bezaubernden Küstendörfer, aber vor allem die wunderbaren Menschen, mit denen ich reisen durfte.

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