Ich war schon immer eher verträumt gewesen, lebte in meiner eigenen Welt, interessierte mich wenig für Mode, Partys und Jungs und verbrachte lieber den ganzen Tag in der Natur oder mit einem guten Buch. Ferne Länder und fremde Kulturen hatten mich schon immer fasziniert und während meine Schulfreundinnen Jungs süss fanden, mit Make-Up experimentierten, mit Rauchen anfingen und in die Disko gingen, verschlang ich Bücher und träumte von den Anden.

(Buchzitat aus: "Im Schatten des Imbabura" von Line Lopéz)

Ich heisse Andrina Flöscher, bin 22 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf im Zürcher Oberland. 

 

Was möchte ich aus meinem Leben machen? Eigentlich weiss ich die Antwort darauf schon lange. Ich möchte anderen Menschen helfen, die weniger Glück im Leben haben als ich. Deshalb entschied ich mich, Soziale Arbeit zu studieren.

 

Für diesen Studiengang benötige ich ein halbjähriges Vorpraktikum im Sozialbereich. Doch wo sollte ich mich bewerben? In einer heilpädagogischen Schule, in einem Mutter-Kind-Haus, in einem Behindertenheim? Als ich mir darüber Gedanken machte, wurde mir bewusst, dass ich am liebsten bei einer Hilfsorganisation im Ausland arbeiten würde. Doch wie sollte das gehen, so ganz ohne Connections?

 

Ich bin sehr froh, dass ich durch einen Zufall auf ICYE gestossen bin. Diese Organisation ermöglicht es mir, in einem anderen Land einen Sozialeinsatz zu leisten, der von meiner zukünftigen Fachhochschule als Vorpraktikum anerkannt wird. Ich kann ICYE wirklich empfehlen, da es eine sehr persönliche Organisation ist, die viel Wert auf intensive Betreuung vor, während und nach dem Einsatz legt.

 

Da ich meine Bewerbung an ICYE sehr früh abgeschickt hatte, konnte ich sogar wählen, in welchem Land ich meinen Sozialeinsatz verbringen möchte.

Warum wählte ich ausgerechnet Ecuador?

 

Ein Kontinent, der schon immer eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt hat, ist Südamerika. Insgeheim träumte ich davon, richtig gut Spanisch zu lernen, den Regenwald zu sehen, Salsa zu tanzen..

 

Für Ecuador habe ich mich schlussendlich entschieden, weil es ein eher kleines Land ist, das dennoch wahnsinnig viel zu bieten hat: Die Anden, das Amazonasgebiet, die Küste und die Galapagos-Inseln. Vier Welten in einem. Ausserdem kommt eine ehemalige Mitschülerin von mir aus Ecuador und hat mir viel erzählt, was mir schliesslich den Ausschlag gegeben hat, dieses Land als Wunschdestination anzugeben.

 


Schildkröten, Urwald,  Vulkane, Berge, lateinamerikanische Lebensfreude, Lamas, Ponchos und Panflöten...

Ein paar Fakten über Ecuador:

Ecuador ist der kleinste Andenstaat, liegt am Pazifik und grenzt im Norden an Kolumbien und im Osten und Süden an Peru. Die Äquatorlinie hat dem Land seinen Namen gegeben, denn sie verläuft etwa 15km nördlich von Quito. Quito ist eine der höchst gelegenen Hauptstädten der Welt, sie liegt  2850m über Meer. Die Durchschnittstemperatur liegt zwischen 18 und 21 Grad, weshalb Quito auch als "Stadt des ewigen Frühlings" bezeichnet wird. Aufgrund der Lage am Äquator sind die Tage das ganze Jahr über etwa gleich lang. Die Sonne geht in zwischen 6:15 Uhr und 6:30 Uhr auf und gegen 18:30 bis 18:45 Uhr unter.